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Die Universität Kassel wird mit einem KMU-Wissenstransferlabor künftig kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der digitalen Planung von Produktions- und Logistikprozessen unterstützen. Die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus übergab an der Universität Kassel (www.uni-kassel.de) am 8. November 2019 dafür einen Förderbescheid in Höhe von rund 280.000 € an Frau Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel, die Leiterin des Fachgebiets Produktionsorganisation und Fabrikplanung.

Ministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus (.l.), Universitätspräsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey und Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel. Foto: Uni Kassel.

Das Wissenstransferlabor richtet sich bundesweit und branchenunabhängig an alle Unternehmen, die sich mit der digitalen Planung von Produktions- und Logistiksystemen im Rahmen von Industrie 4.0 beschäftigen.

„Wir machen Zukunft für den Mittelstand greifbar“

„Wir machen Zukunft für den Mittelstand greifbar“, betonte Staatsministerin Sinemus. „Mir ist wichtig, dass wir die Menschen mitnehmen und die Region Nordhessen stärken. Denn Innovationskraft geht immer vom Menschen aus.“

Wissenstransferlabor

Das Wissenstransferlabor bietet die Möglichkeit, beispielsweise automatisierte Produktionsstraßen nach bestimmten Gesichtspunkten wie Effizienz oder Produktionsgeschwindigkeit zu planen. Es ist mit verschiedenen Techniken zur Visualisierung und Simulation ausgestattet. Physische und digitale Modelle ergänzen sich gegenseitig und geben die Möglichkeit, dynamische Zusammenhänge eines Produktions- und Logistiksystems besser nachzuvollziehen.

„Das Kompetenzlabor “Digitale Fabrik“ […] wird über die Förderung zu einem KMU-Wissenstransferlabor erweitert“

„Das Kompetenzlabor “Digitale Fabrik“, das wir am Fachgebiet bislang primär für Forschung und Lehre eingesetzt haben, wird über die Förderung zu einem KMU-Wissenstransferlabor erweitert, um Unternehmen die Methoden der digitalen Fabrikplanung und ihre Nutzenpotentiale an Szenarien zu verdeutlichen und die Integration dieser Methoden in den operativen Planungsbetrieb zu erklären“, betonte Frau Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel.

Ministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus
Foto: Uni Kassel.

Wissenserwerb für KMU

Die Erweiterung öffnet für KMU Möglichkeiten zum Wissenserwerb im Bereich einer simulationsgestützten, modell- und datenbasierten Planung von Produktions- und Logistiksystemen einschließlich der Umsetzung von Digitalen Zwillingen der Produktion. Das KMU-Wissenstransferlabor dient damit als praxisnahe Transferumgebung, die Unternehmen situationsabhängig und problemspezifisch die Methodik der digitalen ganzheitlichen Planung vermittelt. Für die Unternehmen entsteht ein Mehrwert durch eine adäquate und wissenschaftlich fundierte Methodenauswahl. So können sie ihre aktuelle Unternehmenssituation in Bezug auf die digitale Transformation klar einschätzen und die Notwendigkeit der digitalen Planung für sich bewerten.

Planungs- und Experimentierszenarien

Durch Planungs- und Experimentierszenarien erhalten KMU einen schnellen und problemspezifischen Zugang zum Wissen der digitalen Planung. Dienstleister, Lieferanten und produzierende Unternehmen können sich außerdem gegenseitig über ihre Situationen und Reifegrade bezüglich Industrie 4.0 austauschen. Durch diesen Kompetenzaufbau werden KMU aus der Region Hessen und bundesweit gestärkt und auf die digitale Transformation vorbereitet.

„…bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekte bedarfsgerecht unterstützen“

„Wir wollen die Unternehmen dort abholen, wo sich in der Transformation zur Industrie 4.0 Probleme ergeben, und sie dann bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekte bedarfsgerecht unterstützen“, erläuterte Jana Stolipin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet.

„Das Labor ist ein herausragendes Beispiel dafür, welche zentrale Rolle die Digitalisierung an der Universität Kassel schon heute spielt“, sagte Universitäts-Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey, der Ministerin Sinemus in Empfang nahm. „Die Chancen der Digitalisierung werden für unsere Forschung und Lehre, den Wissenstransfer und in vielfältiger anderer Weise zum Beispiel in der Verwaltung genutzt. Häufig steht bei uns die Bedeutung digitaler Technologien für den einzelnen Menschen oder die Gesellschaft im Fokus. Wir sind davon überzeugt, dass Interdisziplinarität einen Schlüssel zur Gestaltung des digitalen Wandels darstellt.“

So geht es: Interessierte Unternehmen können sich an das Fachgebiet Produktionsorganisation und Fabrikplanung wenden:
https://www.uni-kassel.de/maschinenbau/institute/ipl/produktionsorganisation-und-fabrikplanung/startseite.html

Hintergrund

Das Forschungsprojekt „KMU-Wissenstransferlabor Digitale Fabrik“ mit einer Laufzeit von drei Jahren wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014 bis 2020 und aus Mitteln des Landes Hessen gefördert.
Das Maschinenbau-Studium an der Uni Kassel hatte im jüngsten CHE-Ranking ausgesprochen gut abgeschnitten. Im Wintersemester 2019/20 sind im Fachbereich Maschinenbau nach vorläufigen Zahlen mehr als 1.700 Studierende in den Studiengängen Maschinenbau, Industrielles Produktionsmanagement, Mechatronik sowie Regenerative Energien eingeschrieben.

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