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In der heutigen Zeit stehen vor allem kleinere bis mittlere Betriebe vor der Herausforderung, dem bestehenden Fachkräftemangel mit neuen Technologien entgegen zu wirken. Bernhofer hat sich entschieden, dafür einen Schritt in die Zukunft zu wagen und weitere Teilprozesse zu automatisieren.

Ziel dieses Praxis Tests ist es, alle Vor- und Nachteile eines kollaborativen Roboters im  Produktionsalltag zu prüfen und mögliche weitere Anwendungsbereiche der kollaborativen Roboter in die Automatisierungsstrategie von Bernhofer zu integrieren.

Erster Cobot bei Bernhofer im Langzeit-Praxis-Test.
Quelle: Ferdinand Bernhofer Gesellschaft m.b.H

Fachkräftemangel – Wichtigster Grund für den Einsatz eines Cobots

Der anhaltende Fachkräftemangel war ausschlaggebend für das Projekt. Bernhofer rechnet auch in den nächsten Jahren mit einem anhaltend schwierigen Arbeitsmarkt und will daher eine, für die Produktion geeignete, Automatisierungsstrategie ableiten. Diese wird sowohl klassische Industrieroboter als auch kollaborative Roboter enthalten.

Ergonomie als weiteres Argument

Neben Prozesssicherheit und Qualität, steht bei Bernhofer aber auch Ergonomie am Arbeitsplatz im Vordergrund. Gerade das Handling mit Schmiedeteilen von hohem Eigengewicht kann mit dem Einsatz von Cobots Mitarbeiter entlasten. Monotone Prozesse können automatisiert und Fachkräfte damit viel zielgerichteter eingesetzt werden.

Praxistest bei Bernhofer

Neben den klassischen Industrierobotern gibt es eine neue Art von Robotern: die Collaborative Robots, kurz Cobots genannt. Diese Roboter bieten den Vorteil, ohne Schutzzaun arbeiten zu können, sowie, unter bestimmten Voraussetzungen, direkt mit dem Menschen zu kollaborieren.

Da es auch bei Bernhofer einige potentielle Anwendungsmöglichkeiten gibt, wurde dieses Projekt gestartet, um die Potentiale und vor allem Vor- und Nachteile dieser Roboterart zu erkennen.

Im speziellen Fall hat sich Bernhofer dabei für einen Cobot mit einer Nutzlast von bis 10 kg  entschieden. Dieser bestückt eine CNC-Drehmaschine mit Futterteilen und soll vor allem diese monotone, sich immer wiederholende Tätigkeit, vom Mitarbeiter auf eine Maschine übertragen. Für diese erste Anwendung war nicht unbedingt die Geschwindigkeit der Bestückung entscheidend, vielmehr die Idee, Fachkräfte an dieser Stelle zu reduzieren, um sie an anderer Stelle entsprechend ihrer Fachkompetenz effektiver einsetzen zu können.

Erste Ergebnisse des Einsatzes

Grundsätzlich stellen kollaborative Roboter eine sinnvolle Ergänzung zu Industrierobotern dar. Vorteile sind eine schnelle Inbetriebnahme (>2 Tage bis Serienproduktion), eine geringe Stellfläche sowie eine, trotz Automation sehr gute Maschinenzugänglichkeit.

Eine weitere Erkenntnis des Praxistests ist eine sehr geringe Hemmschwelle bei angelerntem Personal mit dem Roboter zu arbeiten. Bei Industrierobotern bestehen hier größere Vorbehalte, was bei Störungen zu längeren Stehzeiten führt, da auf Fachpersonal gewartet werden muss. (Bsp.: Nachtschicht)

Die Nachteile bleiben das beschränkte Handling, wie auch das Aufnahmegewicht von Leichtbaurobotern (akt. bei ca. max. 25 kg). Um alle Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, ist auch die Geschwindigkeit eher gering und damit limitiert.

Fazit des Einsatzes

Bernhofer steht für Innovation und Nachhaltigkeit. Der Test zeigt deutlich, dass man mit neuen Ideen gegebenen Marktunzulänglichkeiten, wie z.B. dem Fachkräftemangel, durchaus begegnen kann. Der aktuelle Praxistest nahm viele Vorbehalte und schaffte reichliche Erkenntnisse für geeignete Anwendungsfelder von Cobots.

Der CEO Ing. Ferdinand Bernhofer formuliert es so: „Auch wenn gewisse Tätigkeiten zurecht den klassischen Industrierobotern vorenthalten bleiben, bin ich davon überzeugt, dass kollaborative Roboter eine tragende Rolle in der zukünftigen Automation aller Branchen spielen werden. “

http://www.bernhofer.at

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